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Allgemeines zu Betäubungsmitteln

Was versteht man unter einem Betäubungsmittel?
Die Gruppe der Betäubungsmittel umfasst zahlreiche Substanzen sehr unterschiedlicher Art: So gibt es zum einen Stoffe, die medizinisch-therapeutisch eingesetzt werden, zum anderen aber auch Stoffe, die vom Gesetzgeber verboten sind.

Medizinisch-therapeutische Stoffe Illegale Rauschmittel
  • Opioide Schmerzmittel wie Morphin, Fentanyl, Oxycodon, Buprenorphin, Hydromorphon
  • Opioidersatzstoffe bei Drogenabhängigkeit in Entwöhnungsprogrammen: Buprenorphin, Methadon und Heroin*
  • Psychostimulantien wie Methylphenidat
  • u.a.
  • Heroin*
  • Cocain
  • Cannabis
  • Ecstasy
  • LSD (Lysergsäurediethylamid)
  • u.a.

(* Heroin ist nur in speziellen Entwöhnungsprogrammen für Drogenabhängige zugelassen)

Welche Stoffe als medizinisch-therapeutisch angesehen werden, ist dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) zu entnehmen. Dieses definiert Betäubungsmittel rechtlich verbindlich als „ (…) die in den Anlagen I bis III aufgeführten Stoffe (…).“

Die Anlagen I und II umfassen insgesamt alle Substanzen, die nicht zur Anwendung am Menschen zugelassen sind, unter anderem auch die illegalen Rauschmittel. Nur die in Anlage III aufgeführten Stoffe dürfen von Ärzten, Zahnärzten und Tierärzten in Form eines abgabefertigen Arzneimittels auf einem Betäubungsmittelrezept verordnet werden; dabei müssen für jede Substanz bestimmte Höchstmengen beachtet werden.

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Warum ist ein besonderer Umgang mit Betäubungsmitteln erforderlich?
Die therapeutisch verwendeten Betäubungsmittel sind längst zu einer sehr gut wirksamen Behandlungsoption geworden, deren Wert für den Patienten außer Frage steht.

Dennoch gilt für Betäubungsmittel in besonderem Maße, was für viele „gewöhnliche“ Arzneistoffe ebenfalls zutrifft: Ein nicht-bestimmungsgemäßer Gebrauch außerhalb des vom Arzt verordneten Behandlungsplans kann für den Anwender mit Risiken verbunden sein. So muss z.B. bei einer Überdosierung von bestimmten starken Schmerzmitteln (opioide Schmerzmittel) u.a. mit einer deutlich reduzierten Atmung und starkem Blutdruckabfall gerechnet werden.

Der besondere Umgang mit Betäubungsmitteln ist auch auf deren mögliches Abhängigkeitspotential zurückzuführen. Während die Gefahr der Abhängigkeit z.B. bei opioiden Schmerzmitteln durch einen besonderen Behandlungsplan als eher gering anzusehen ist, ist bei einer unkontrollierten hochdosierten Anwendung von Betäubungsmitteln ohne therapeutische Notwendigkeit schnell von einer Abhängigkeit auszugehen.

Für Patienten ist wichtig zu wissen:

Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch nach Anweisung des Arztes (Dosierung, Einnahmeintervall, Dauer der Einnahme) sind Betäubungsmittel für den von der jeweiligen Erkrankung betroffenen Patienten eine wertvolle Behandlungsoption!

Aus Angst vor Abhängigkeit sollten Patienten nicht auf eine notwendige Behandlung verzichten, sondern sich bei Unsicherheit an ihren Arzt oder Apotheker werden!

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Worin zeigt sich der besondere Umgang mit Betäubungsmitteln?
Für den Umgang mit Betäubungsmitteln gibt es spezielle Gesetze, Verordnungen und Richtlinien.

Gesetz Verordnung Richtlinie
z.B. Betäubungsmittelgesetz z.B. Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung z.B. Richtlinie über Maßnahmen zur Sicherung von Betäubungsmittelvorräten im Krankenhausbereich, in öffentlichen Apotheken, Arztpraxen sowie Alten- und Pflegeheimen

Außerdem ist ein besonderes Rezept vorhanden, das so genannte Betäubungsmittelrezept, für das wiederum spezielle Anforderungen gelten.

Die betäubungsmittelhaltigen Arzneimittel selbst müssen in der Apotheke in einem Tresor oder einem entsprechend gesicherten Raum gelagert werden. Der Verkehr mit Betäubungsmitteln (Verordnung, Abgabe, Bestand) muss genau dokumentiert und die Nachweise drei Jahre vom Arzt bzw. Apotheker zu Prüfungszwecken aufbewahrt werden.

Abgelaufene, vor dem Gebrauch beschädigte bzw. nicht mehr benötigte Betäubungsmittel sind so zu vernichten, dass eine Wiedergewinnung der Betäubungsmittel nicht mehr möglich ist und eine Schädigung von Mensch und Umwelt ausgeschlossen wird.

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Was ist bei Mitnahme von Betäubungsmitteln auf Reisen zu beachten?

Reisen in die Staaten des Schengener Abkommens:
Möchte man in die Mitgliedsstaaten des Schengener Abkommens reisen, können bei einer Reisedauer von bis zu 30 Tagen die verordneten Betäubungsmittel mit einer vom Arzt ausgefüllten Bescheinigung PDF mitgeführt werden. Die Bescheinigung ist vor der Reise durch die oberste Landesgesundheitsbehörde oder einer von ihr beauftragten Stelle zu beglaubigen.

Reisen in Nicht-Schengen-Staaten:
Liegt das Reiseziel außerhalb des Schenges-Gebietes, so sollte der Patient eine beglaubigte Kopie der ärztlichen Verschreibung mit sich führen. Ebenfalls möglich ist eine ärztliche Bescheinigung, die möglichst in englischer Sprache Angaben zur jeweiligen Einzel- und Tagesdosierung und die Wirkstoffbezeichnung enthält. Hier sehen Sie, wie eine solche Bescheinigung aufgebaut sein kann. PDF

Ungeachtet dessen sollte sich der Patient vor seiner Reise bei der diplomatischen Vertretung des Reiselandes in Deutschland über die jeweiligen nationalen Bestimmungen zu Betäubungsmitteln informieren:

  • Können alle unverzichtbaren Medikamente mitgenommen werden?
    oder
  • Sind die benötigten Betäubungsmittel im Reiseland verfügbar und können durch einen dort ansässigen Arzt verschrieben werden?

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