Wissenswertes über Schmerz

Medikamente

In der heutigen Arbeitswelt muss jeder so gut wie möglich funktionieren. So ist es auch kein Wunder, dass Schmerzen als störend empfunden werden und so schnell wie möglich wieder verschwinden sollen.

In der Schmerztherapie haben sich verschiedene Medikamente bewährt, aber auch die Akupunktur und die Nervenstimulation sowie Körper- und Psychotherapien können Schmerzen lindern helfen.

Vor allem bei Kopfschmerzen greifen viele allzu schnell zu Schmerzmitteln, die sie von einem Kollegen oder rezeptfrei in der Apotheke erhalten. Es ist jedoch nicht ganz ungefährlich, sich selbst über längere Zeit mit rezeptfreien Medikamenten zu behandeln. Wenn Sie gegen Ihre Kopfschmerzen z. B. häufiger Schmerzmittel oder Mittel einnehmen, in denen Koffein oder Substanzen enthalten sind, die die Durchblutung beeinflussen, kann allmählich ein Dauerkopfschmerz entstehen. Dann müssen Sie immer mehr Medikamente einnehmen - ein Teufelskreis ist entstanden. Im schlimmsten Fall können Sie die Schmerzen nur mit ärztlicher Hilfe und einem Medikamentenentzug loswerden.

Erkundigen Sie sich in der Apotheke!
Bild: Tabletten
Wenn Sie häufiger unter Schmerzen leiden, sollten Sie diese Signale Ihres Körpers ernst nehmen. Denn die Beschwerden werden möglicherweise durch eine Krankheit hervorgerufen, die nur ein Arzt erkennen kann. In der Regel sind Monopräparate mit einem Wirkstoff zu bevorzugen. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Apotheke, wenn Sie über längere Zeit angeblich "leichte" Schmerzmittel einnehmen.

Verschiedene Medikamente in der Schmerztherapie

Wenn Sie häufiger unter Schmerzen leiden, sollten Sie sich von einem Arzt untersuchen und behandeln lassen.

In der Schmerztherapie haben sich verschiedene Medikamente bewährt. Man unterscheidet vier Gruppen (s. a. Medikament/Beschwerden):

Schmerzmittel (Analgetika)
Zu den gängigen Schmerzmitteln (Analgetika) gehören die "peripheren" und die "zentral wirkenden" Substanzen.

  • Peripher wirkende oder nichtopioide Schmerzmittel hemmen die Produktion von Prostaglandinen. Wenn diese körpereigenen Botenstoffe nicht mehr gebildet werden, können sie an den Schadensfühlern der Nerven die Empfindung "Schmerz" nicht mehr auslösen.
  • Zentral wirkende oder opioide Schmerzmittel setzen direkt am zentralen Nervensystem an und hemmen die Wahrnehmung der Schmerzen im Gehirn und Rückenmark. Die Opiate blockieren gezielt die Schaltstellen der Nervenzellen und verhindern so, dass die Schmerzbotschaft weitergeleitet werden kann.

Psychopharmaka
Von den Psychopharmaka sind nur solche Medikamente sinnvoll, die normalerweise gegen Depressionen eingesetzt werden. Sie setzen an den Schaltstellen des Rückenmarks an, die bei vielen chronischen Schmerzen verändert sind. Da sie als alleinige Medikamente aber meist nicht ausreichen, werden sie häufig mit anderen Medikamenten kombiniert.

Antiepileptika
Antiepileptika verhindern, dass es zu sehr starken elektrischen Entladungen in den Nervenbahnen kommt.

Kortison
Kortison hemmt die Bildung von Stoffen, die Entzündungen und Schmerzen auslösen, und trägt dazu bei, dass eingeklemmte Nerven abschwellen.

Wussten Sie, dass etwa drei Viertel aller Schmerzmedikamente ohne ärztliche Verschreibung gekauft werden?

Kann sich der Körper an Medikamente gewöhnen?

Grundsätzlich gilt, dass nichtopioide Schmerzmittel wie Rheumamittel zu den harmloseren Medikamenten zählen. Sie können aber einige Nebenwirkungen an Magen und Darm hervorrufen, z. B. Blutungen, und langfristig zu Nierenschäden führen.

Opioide Schmerzmittel sind hinsichtlich Organschäden harmloser, der Körper kann sich jedoch an einige Wirkstoffe gewöhnen, was möglicherweise eine körperliche Abhängigkeit zur Folge hat. Das Risiko kann man z. B. durch die Gabe von Retardpräparaten oder durch die Einnahme nach einem festen Zeitplan vermindern.

Mögliche Nebenwirkungen
Wenn Sie gegen Ihre Schmerzen über längere Zeit Medikamente einnehmen müssen, sind Nebenwirkungen möglich. Viele der unangenehmen Begleiterscheinungen treten nur zu Beginn der Behandlung auf und klingen im Laufe der Zeit wieder ab. Falls Sie deswegen beunruhigt sind, fragen Sie Ihren Arzt um Rat. Bei sehr starken Nebenwirkungen erhalten Sie möglicherweise ein anderes, vergleichbares Mittel. Wenn diese Möglichkeit ausscheidet, kann es sein, dass Ihnen Ihr Arzt ein zusätzliches Medikament gegen die Nebenwirkungen verordnet.

Einnahme nach einem festen Zeitplan

Bei heftigen Schmerzen müssen häufig starke opioide Schmerzmittel eingesetzt werden. Da diese Medikamente jedoch eine körperliche Abhängigkeit verursachen können, bevorzugt man stattdessen Opioide mit Langzeitwirkung.

Wenn Sie diese sogenannten "retardierten" Medikamente oder Retardpräparate einnehmen, müssen Sie sich an einen festen Einnahmeplan halten. Welchen Rhythmus Sie einhalten müssen, erfahren Sie von Ihrem Arzt.

Es gibt Medikamente, von denen Sie die verordnete Dosis jeweils um 8 und um 20 Uhr einnehmen müssen. So führen Sie Ihrem Körper die Wirkstoffe regelmäßig zu. Sie können besser durchschlafen und wachen morgens erholt und ausgeruht auf. Der Schmerz wird gewissermaßen "vorbeugend" bekämpft - und nicht erst dann, wenn er auftritt.

Versuchen Sie, den Zeitplan einzuhalten.
Wenn Sie die Medikamente regelmäßig zu sich nehmen, hält die Wirkung ununterbrochen an. Sie haben keine Schmerzen (farbige Zone in der Zeichnung).

Probleme können auftreten, wenn...
...Sie die Medikamente zu früh einnehmen.
Dann erhöht sich die Dosis kurzzeitig, es kann zu Nebenwirkungen kommen (Bereich über farbiger Zone).

...Sie die Medikamente zu spät einnehmen.
Dann können chronische Schmerzen wieder auftreten, weil die Konzentration der Wirksubstanzen zu gering ist (Bereich unter farbiger Zone).


Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie trotz der eingenommenen Medikamente Schmerzen haben!

  Medikamente Beschwerden
PERIPHER WIRKENDE / NICHTOPIOIDE SCHMERZMITTEL
Acetylsalicylsäure
Paracetamol
leichte bis mittelstarke Schmerzen
akute Schmerzen
Acetylsalicylsäure
Diclofenac
Ibuprofen
auch bei Entzündungsschmerzen wie Zahnschmerzen und Rheuma
ZENTRAL WIRKENDE / OPIOIDE SCHMERZMITTEL
Tilidin
Tramadol
Codein
mittelstarke bis starke Schmerzen
chronische Schmerzen
Morphin starke bis stärkste Schmerzen, z. B. Krebs
manche Nervenschmerzen
fortgeschrittenes Rheuma
PSYCHOPHARMAKA
Amitriptylin
Trimipramin
Doxepin
Nervenschmerzen
Weichteilrheuma (Fibromyalgie)
Spannungskopfschmerz
Schlafstörungen infolge von Schmerzen
Benzodiazepine akute Rückenschmerzen
Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule
(kann abhängig machen)
ANTIEPILEPTIKA
Carbamazepin
Phenytoin
Gabapentin
Trigeminusneuralgie
Schmerzen durch Nervenschädigung
KORTIKOIDE (Kortison)
z. B. Dexamethason Methylprednisolon Entzündungen
Gelenkschmerzen
Bandscheibenvorfall
schmerzende Muskelerkrankungen
Sehnenreizungen
Nervenentzündungen