Einsatz von Betäubungsmitteln als Schmerzmittel
Welche Besonderheiten in der Behandlung ergeben sich beim Einsatz von Betäubungsmitteln
als Schmerzmittel?
Das Ziel einer Behandlung mit BtM-haltigen Schmerzmitteln (opioide Schmerzmittel)
wie Morphin, Oxycodon oder Fentanyl ist, dass der Patient eine ausreichende
Schmerzlinderung bei vertretbaren Nebenwirkungen erfährt.
Dafür haben sich die folgenden Regeln bewährt:
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Individuelle Dosierung
Für jeden Patienten wird eine individuelle Dosierung
gewählt, die der Stärke seiner Schmerzen angemessen
ist. Da das Schmerzempfinden von Patient zu Patient
stark variieren kann, muss beim einen Patienten möglicherweise
höher dosiert werden als beim anderen, um eine ausreichende
Schmerzlinderung zu erreichen. |
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Einnahme »nach der Uhr«
Die Einnahme des betäubungsmittelhaltigen Schmerzmittels
soll „nach der Uhr“, d.h. nach einem festen
Zeitschema erfolgen und nicht nach Bedarf. Dies gewährleistet
einerseits konstante Wirkspiegel und minimiert andererseits
die Gefahr der Abhängigkeit, da der Patient die
Einnahme des Medikaments zeitlich nicht mit der Schmerzbefreiung
in Verbindung bringt.
Die Einnahme in Form einer Tablette bzw. Kapsel oder
auch die Anwendung
eines Schmerzpflasters auf der Haut
erleichtert dem Patienten die Handhabung und bewahrt
seine Unabhängigkeit und Selbstständigkeit.
Für die Einnahme bei chronischen Schmerzen sind
Arzneimittel mit Langzeitwirkung (so genannte Retardarzneimittel)
zu bevorzugen; diese setzen über mehrere Stunden
eine gleichmäßige Menge an Wirkstoff frei
und reduzieren dadurch die Einnahmehäufigkeit. Schmerzpflaster
geben sogar über einen Zeitraum von mehreren Tagen
gleichmäßig eine bestimmte Wirkstoffmenge
pro Zeiteinheit an den Körper des Patienten ab. |
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Kombination von opioiden und nicht-opioiden Schmerzmitteln
Wird durch ein nicht-opioides Schmerzmittel keine ausreichende Schmerzlinderung erzielt, kann dieses mit einem opioiden Schmerzmittel kombiniert oder durch ein opioides Schmerzmittel ersetzt werden. |
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Behandlung von Schmerzspitzen
Da retardierte Arzneimittel für einen gleichmäßigen
Wirkstoffspiegel im Blut sorgen, ist bei Schmerzspitzen
(z.B. bei Belastung) die Gabe eines schnell wirksamen
Analgetikums sinnvoll und nötig, um der Phase des
akuten Schmerzes entgegenzutreten. |
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Welche Nebenwirkungen treten bei der Behandlung mit BtM-haltigen Schmerzmitteln
(opioide Schmerzmittel) häufig auf?
Wichtig für den Patienten im Zusammenhang mit opioiden Schmerzmitteln
ist die Kenntnis über deren häufigste Nebenwirkungen, u. a. Verstopfung und Übelkeit.
Verstopfung (Obstipation) |
Übelkeit |
Verstopfung ist bei der Behandlung
mit opioiden Schmerzmitteln ein unabhängig von der Dosierung
auftretender Effekt.
Durch vorbeugende Maßnahmen (wie z.B. ballaststoffreiche
Ernährung, viel trinken) kann der Patient einer Verstopfung
entgegenwirken. Zudem ist häufig die zusätzliche
Verordnung eines geeigneten Arzneimittels durch den Arzt erforderlich. |
Übelkeit tritt meist
nur am Anfang der Behandlung auf.
Der Arzt kann hierfür ein geeignetes Arzneimittel verordnen. |
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