Einsatz von Betäubungsmitteln als Schmerzmittel

Welche Besonderheiten in der Behandlung ergeben sich beim Einsatz von Betäubungsmitteln als Schmerzmittel?

Das Ziel einer Behandlung mit BtM-haltigen Schmerzmitteln (opioide Schmerzmittel) wie Morphin, Oxycodon oder Fentanyl ist, dass der Patient eine ausreichende Schmerzlinderung bei vertretbaren Nebenwirkungen erfährt.

Dafür haben sich die folgenden Regeln bewährt:

Regel 1

Individuelle Dosierung

Für jeden Patienten wird eine individuelle Dosierung gewählt, die der Stärke seiner Schmerzen angemessen ist. Da das Schmerzempfinden von Patient zu Patient stark variieren kann, muss beim einen Patienten möglicherweise höher dosiert werden als beim anderen, um eine ausreichende Schmerzlinderung zu erreichen.

Regel 2

Einnahme »nach der Uhr«

Die Einnahme des betäubungsmittelhaltigen Schmerzmittels soll „nach der Uhr“, d.h. nach einem festen Zeitschema erfolgen und nicht nach Bedarf. Dies gewährleistet einerseits konstante Wirkspiegel und minimiert andererseits die Gefahr der Abhängigkeit, da der Patient die Einnahme des Medikaments zeitlich nicht mit der Schmerzbefreiung in Verbindung bringt.

Die Einnahme in Form einer Tablette bzw. Kapsel oder auch die Anwendung eines Schmerzpflasters auf der Haut erleichtert dem Patienten die Handhabung und bewahrt seine Unabhängigkeit und Selbstständigkeit.

Für die Einnahme bei chronischen Schmerzen sind Arzneimittel mit Langzeitwirkung (so genannte Retardarzneimittel) zu bevorzugen; diese setzen über mehrere Stunden eine gleichmäßige Menge an Wirkstoff frei und reduzieren dadurch die Einnahmehäufigkeit. Schmerzpflaster geben sogar über einen Zeitraum von mehreren Tagen gleichmäßig eine bestimmte Wirkstoffmenge pro Zeiteinheit an den Körper des Patienten ab.

Regel 3

Kombination von opioiden und nicht-opioiden Schmerzmitteln

Wird durch ein nicht-opioides Schmerzmittel keine ausreichende Schmerzlinderung erzielt, kann dieses mit einem opioiden Schmerzmittel kombiniert oder durch ein opioides Schmerzmittel ersetzt werden.

Regel 4

Behandlung von Schmerzspitzen

Da retardierte Arzneimittel für einen gleichmäßigen Wirkstoffspiegel im Blut sorgen, ist bei Schmerzspitzen (z.B. bei Belastung) die Gabe eines schnell wirksamen Analgetikums sinnvoll und nötig, um der Phase des akuten Schmerzes entgegenzutreten.

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Welche Nebenwirkungen treten bei der Behandlung mit BtM-haltigen Schmerzmitteln (opioide Schmerzmittel) häufig auf?

Wichtig für den Patienten im Zusammenhang mit opioiden Schmerzmitteln ist die Kenntnis über deren häufigste Nebenwirkungen, u. a. Verstopfung und Übelkeit.

Verstopfung (Obstipation)

Übelkeit

Verstopfung ist bei der Behandlung mit opioiden Schmerzmitteln ein unabhängig von der Dosierung auftretender Effekt.

Durch vorbeugende Maßnahmen (wie z.B. ballaststoffreiche Ernährung, viel trinken) kann der Patient einer Verstopfung entgegenwirken. Zudem ist häufig die zusätzliche Verordnung eines geeigneten Arzneimittels durch den Arzt erforderlich.

Übelkeit tritt meist nur am Anfang der Behandlung auf.

Der Arzt kann hierfür ein geeignetes Arzneimittel verordnen.